Hier mal meine Traumvorstellung von einem Zentrum. Danach ist vielleicht dem Leser, oder der Leserin klar, warum ich so etwas in Aschaffenburg gerne hätte:

Als Zentrum stelle ich mir ein großes Gebäude vor, am besten mit einem größeren Außengelände/Garten. Das Zentrum bietet ausreichend Platz für die unterschiedlichsten Leute und Gruppen. Doch was passiert dort?

Aschaffenburg à la AbaKuz im Sommer des Jahres 20XY

Der regelmäßige Kneipenbetrieb lockt viele Besucher und Stammgäste an. Gerade im Sommer ist der große Biergarten meist überfüllt. Durch die eingehenden Gewinne können viele Projekte finanziell unterstützt werden.

Am Wochenende sorgen Konzerte und Indie-Discos für nette Abwechslung, und ein kleiner Infoladen versorgt die Interessierten mit den aktuellen Infos aus der Polit-Szene.

Die „hauseigene“ Fußballmannschaft zieht das KOMMZ- Team gnadenlos ab, und im Winter wird die Spielpause mittels Kicker-Turnieren im Zentrum überbrückt.

Die Volxküchen-Gruppe versucht sich in Sachen Speisegenuss mit dem Küchenteam des Hannebambel zu messen, muss aber auch nach dem 83. Versuch feststellen dass sie chancenlos ist.

Das Sommerfest der „Nachbarschaftsinitiative“ schafft es wieder ein tolles Wochenende auf die Beine zu stellen und informiert viele Interessenten über alternative Wohn- und Lebensformen. Eine neu entstandene Arbeitsgruppe überlegt derzeit, wie solidarische Hilfe untereinander organisiert werden kann.

Die Aschaffenburg Studentinnen und Studenten haben endlich gerafft, dass auch sie ihre Stimme gegenüber Studiengebühren erheben müssen. Das eingerichtete StudentenInnencafé gilt schon lange als Dreh- und Angelpunkt für anstehende Boykottaktionen.

Auch der Umsonstladen hat es geschaff, sich durchzusetzen und erfreut sich eines immer größer werdenden Publikums. Einige ehemalige „Kunden“ sind schon lange selbst aktiv und planen einen großen Umsonstflohmarkt am Mainufer.

Mehrere politische Gruppen nutzen das Zentrum für ihre Arbeit. Viele Erfolge konnten erreicht werden. Vor allem die anarchosyndikalistische Gewerkschaftsgruppe hat den Schulterschluss mit lokalen Betriebsräten und Gewerkschaften vollziehen können. Der Versuch antikapitalistische Theorie in Praxis zu verwandeln, zeigt erste Erfolge. Die Zeit der Defensive ist vorbei: gewerkschaftliche Abwehrkämpfe bei Petri und Linde gehören der Vergangenheit an. Auf die drohende Standortverlegung nach Osteuropa wurde mit einer Besetzung reagiert. Die KollegInnen aus den Nachbarländern zeigen sich solidarisch und legen ihre Arbeit nieder. Überlegungen zur Selbstverwaltung ganz ohne Chef und Kohle stehen im Raum.

Abgeordnete des Stadtrats und des Landtags beginnen zu zittern. Sollte das Projekt „AbaKuz“ Schule zu machen, droht die Gefahr, dass bald alle erkennen, dass Staat, PolitikerInnen und Lohnarbeit völlig überflüssig sind. Das Aschaffenburger Projekt zeigt zu deutlich zu was Menschen fähig sind, wenn sie sich organisieren und ihr Leben endlich selbst in die Hand nehmen.

Der Zukunft stehen alle Türen offen…