12. März 2009, 19 Uhr, Café Oase/Aschaffenburg

Ralf Dreis hat für den Verlag Edition AV zwei Bücher der griechischen Autorin Lily Zográfou übersetzt.

Lily Zográfou

1949 erschien ihr erstes Buch Agápi (Liebe), eine Sammlung von Kurzgeschichten. Mit einer Abhandlung über den Schriftsteller Níkos Kazantzákis: énas traghikós (Nikos Kazantzakis: eine tragische Figur) gelang ihr 1959 der Durchbruch. Sie wurde zu einer der erfolgreichsten und umstrittensten Schriftstellerinnen Griechenlands. Sie veröffentlichte 24 Romane, Theaterstücke und Essays und wurde in Griechenland zur Bestseller-Autorin.

In Deutschland wurden bisher drei ihrer Bücher veröffentlicht:

- I agápi árgise mia méra (Die Frauen der Familie Ftenoudos, 2004),
- Epággelma: Pórni (Beruf: Hure, Kurzgeschichten, 2006),
- I gynaíka sou i alítissa (Deine Frau, die Schlampe, 2007).

I agápi árgise mia méra wurde 1998, vier Jahre nach der Veröffentlichung für das griechische Fernsehen verfilmt. Epággelma: Pórni hat in Griechenland mittlerweile die 40. Auflage erreicht. Ein wichtiges, immer wiederkehrendes Thema ihres Werkes ist der Kampf der Frau für Selbstbestimmung, Freiheit und Unabhängigkeit.

Griechenland

Brennende Banken und Barrikaden, geplünderte Supermärkte, ausgebrannte
Autowracks. Nach fünf Tagen und Nächten in denen Tausende vor allem
junge Menschen – viele davon mit Migrationshintergrund – mit
unglaublicher Wut in heftige Straßenkämpfe mit den Sondereinsatztruppen
der Polizei gehen, folgt eine Welle von Schul- und
Universitätsbesetzungen. Aufständische ArbeiterInnen besetzen die
Gewerkschaftszentrale in Athen, Rathäuser werden ?befreit? und in
Aktionszentren verwandelt. Auch während der Feiertage gehen die
Aktionen, Demonstrationen und Besetzungen in ganz Griechenland weiter.
Am Bildungsaktionstag am 9.Januar beteiligen sich erneut Zehntausende.
Gemeinsame Forderung der besetzten Schulen und Hochschulen ist der
»Rücktritt der Mörderregierung« und eine Reform des maroden
Bildungssystems. Der Auslöser dieser in jüngster Zeit beispiellosen
Revolte waren die Todesschüsse eines Polizeibeamten auf den 15jährigen
Schüler Aléxandros Grigorópoulos am 6. Dez. im Szenestadtteil Exárchia
in Athen. Der Stadtteil gilt seit Anfang der achtziger Jahre als
Hochburg der anarchistischen Bewegung und verfügt über eine
jahrzehntelange Tradition sozialer Kämpfe. Vom hier befindlichen
Polytechnikum ging 1973 der so genannte Studentenaufstand gegen die
Militärjunta aus.

Ralf Dreis

Über die Hintergründe des Aufstands, seine Akteure, Perspektiven und die
staatlich/parastaatlichen Reaktionen informiert Ralf Dreis, langjähriger
Griechenlandkorrespondent für Jungle World, Direkte Aktion,
Graswurzelrevolution u.a.
Ralf Dreis, der lange Zeit in Thessaloniki lebte, arbeitet als
Griechisch-Übersetzer und pendelt zwischen Deutschland und Griechenland.”
Er ist Mitglied der “Freien ArbeiterInnen Union” in Frankfurt/M.